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Gleismannsbahnhof Gleis 2.1Die Hochbahn nach Rothenburgsort - Die Entwicklung des Stadtteils Hammerbrook bis 1900 |
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Der heutige Stadtteil Hammerbrook liegt südlich der Bahnstrecke Hamburg Hauptbahnhof - Berliner Tor (- Lübeck / Berlin) und ist ein Marschgelände im Mündungsgebiet der Bille. Der Name "Hammerbrook" setzt sich aus "Hammer = zu Hamm gehörig" und "Brook = tiefgelegenes, feuchtes und morastiges Bruchland" zusammen. Es bezeichnete ursprünglich den westlichsten Teil der Marschniederung, die sich zwischen Bille und Geestkante vom Oberhafen bis über die Höhe von Horn hinaus erstreckte. Hammerbrook war seinerzeit kein Hamburger Stadtteil, sondern gehörte dem Grafen Adolf von Schauenburg. Es wurde aus finanziellen Gründen 1383 an den Rat der Stadt Hamburg verkauft. 26 Jahre später kaufte Hamburg Hammerbrook nochmals, da sowohl der Herzog Gerhard von Schleswig als auch der Graf Nikolaus von Holstein trotz des damaligen Verkaufs noch berechtigte Ansprüche an dem Gebiet geltend machten. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte Hammerbrook der Landherrenschaft der Landherren von Hamm und Horn. 1525 gab es den ersten belegten Nachweis eines Weges, den 1865 offiziell so benannten "Ausschläger Weg". 1629 wurde Hammerbrook aus dem Bereich der Jakobikirche ausgepfarrt und dem Hospital der Gemeinde St. Georgs zugeteilt. Bis zu dieser Zeit diente das Gebiet hauptsächlich dem Durchgangsverkehr. 1662 wurde die Bastion Hammerbrook ("Neuenwerk" genannt) vollendet und 1808 wieder abgetragen. In den Jahren danach wurde Hammerbrook als Gartengelände genutzt und durch Privatwege erschlossen. Es gab bereits Kanäle zur Entwässerung. Hammerbrook wurde ab 1842 nach Plänen der Senatssyndici Dr. Edward Banks (1795 - 1851) und Dr. Wilhelm Amsinck (1793 - 1874) sowie des Senators Andreas Friedrich Spalding (1778 - 1859), die dort ein Wohn- und Industriegebiet vorsahen, durch Ausbau der vorhandenen Kanäle entwässert. ("Syndicus" (lat.) = ein, von einer Körperschaft zur Besorgung ihrer Geschäfte bestellter, Bevollmächtigter / Rechtsbeistand"). Hier war, als Konsequenz aus dem Großen Brand 1842, ein neues Wohn- und Arbeitsviertel geplant, das nicht so qualvoll eng werden sollte wie die innere Bebauung Hamburgs. Die Herren Banks, Amsinck und Spalding wurden in Hammerbrook bereits 1842 mit der Benennung von Straßen geehrt, die es heute noch gibt ("Amsinckstraße", "Banksstraße" und "Spaldingstraße"). Der englische Ingenieur William Lindley (1808 - 1900) plante hier ein rechtwinkliges Netz von Straßen, Kanälen und Fleeten. Herzstück war das Hochwasserbassin. Das Gelände wurde mit dem Trümmerschutt der Häuser, die bei dem Großen Brand zerstört wurden, erhöht. Die Besiedelung setzte nach Ende der Torsperre 1860 ein. 1870 war der größte Teil Hammerbrooks bebaut. Die Industrieansiedlung begann nach dem Zollanschluß 1888. Lindley, der den Wiederaufbau der Stadt nach dem Großen Brand mitbestimmte, war neben der Entwässerung des Hammerbrooks auch am Bau der Hamburg - Bergedorfer Eisenbahn beteiligt, hat sich um die Versorgung Hamburgs mit Wasser und Gas verdient gemacht und war als technischer Konsulent bei der Baudeputation tätig. Nach William Lindley wurde 1869 in Rothenburgsort die heutige "Lindleystraße" benannt. Doch im Laufe der Zeit zeigte sich, daß Hammerbrook keineswegs geräumiger oder hygienischer war als die anderen, vorher entstandenen Stadtteile. Es gab wenig Grünflächen und viel Industrie. Zudem wurden die Häuserzeilen durch die verschiedensten Bahnanlagen zerschnitten: neben der Hochbahn gab es noch den parallel verlaufenden Lübeck - Büchener Güterbahnhof in Straßenebene sowie den auf dem zugeschütteten Niedrigwasserbassin errichteten Bahndamm der verlegten Berliner Bahn ab zirka 1901. Hammerbrook war ein Arbeiterstadtteil, dessen Bevölkerung arm war und der kaum besonders architektonisch bedeutsame Gebäude besaß. Es gab hier ein Elektrizitäts- und ein Gaswerk sowie eine Badeanstalt. Die Badeanstalt war nicht nur zum Vergnügen der Hammerbrooker gebaut worden, sondern bot in erster Linie den Bürgern die Möglichkeit, sich zu waschen, da viele Wohnungen kein Badezimmer besaßen. Daneben gab es am Billbrack ein Freibad, an dessen südlicher Seite die Hochbahn und die ehemalige Berliner Bahn entlangführten. Im Volksmund hieß Hammerbrook "Klein Mecklenburg" oder auch "Jammerbrook". Hier zog man nicht unbedingt freiwillig hin, sondern, weil es nicht anders ging und man sich eine Wohnung in den "besseren" Stadtteilen wie Eppendorf oder Winterhude nicht leisten konnte, von den Gegenden wie Rotherbaum und Uhlenhorst einmal ganz abgesehen. Durch den Abriß der Bebauung der Kehrwieder - Wandrahm - Insel vor der Jahrhundertwende (dort entstand die Speicherstadt), verkleinerte sich das Katharinenkirchspiel erheblich und der Bereich Hammerbrook wurde, obwohl sehr weit entfernt, neuer Bestandteil der Gemeinde. 1901 wurde in der Hammerbrookstraße die St. Annenkirche errichtet, die der Katharinenkirche angeschlossen war.
Im Hamburger Fremdenblatt stand am 26. Juli 1915, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Hochbahn - Zweiglinie: "Während von der Straße aus die langen Straßenzeilen mit den hochragenden Wohnhäusern, das Gewirr der Eisenbahnanlagen mit der Masse der Güterwagen und rangierenden Züge, die qualmenden Schornsteine der zahlreichen Fabriken dem Auge seinen besonderen ästhetischen Reiz bieten, wandelt sich dieses Bild, wenn es vom dahingleitenden Zuge geschaut wird. Dann verschwindet das einzelne unschöne Bild in dem großen Rahmen, welches das gewaltig flutende Leben eines Industrieviertels bietet. Aber auch das neue Bauwerk selbst hebt mit seinen gefälligen Bahnhofsbauten, ja sogar mit dem Unterbau der Bahnstrecke, das Stadtbild." Ein weiterer Ausschnitt, diesmal aus der Hammerbrooker Zeitung vom 27. November 1902, zeigt sehr gut eine andere, aber sicherlich auch typische Situation in Hammerbrook um die Jahrhundertwende auf: "Die Seufzerallee: Wenn uns der Name "Seufzerallee" auch zur Genüge verrät, daß nicht etwa die "Seufzerbrücke" in der herrlichen Lagunenstadt im fernen Italien gemeint ist, so dürfte es doch nicht allgemein bekannt sein, daß diese Bezeichnung eine Straße des nordischen Venedigs, also Hamburgs, im Volksmund nicht mit Unrecht führt. Wie im Mittelalter arme Sünder auf ihrem Todesgange ihre letzten Seufzer der erwähnten venezianischen Brücke anvertrauten, so hört man jetzt in der "Seufzerallee", oder wie sie offiziell genannt wird "Billstraße", auch manche Seufzer, mag er nun von dort promenierenden Liebespärchen herkommen, oder von solchen, die bei einer Kollision mit dort zu weilen herumstreifenden Gesindel den Kürzeren ziehen, wer mag das entscheiden? Zu sehen ist nichts, denn Straßenlaternen in genügender Zahl glänzen in der Billstraße nur durch ihre Abwesenheit. Möchten die Klagen über die unhaltbaren Zustände in der Billstraße an zuständiger Stelle bald gehört werden." Weiter zu Gleis 2.2 - Erste Verkehrsmittel |
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Erstellt seit: Januar 2001
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